Wie sehen sie aus, die E-Szenerien für die Stadt? Alles steht und fällt mit dem Konsumverhalten der Zukunft: Wieviel Shopping passiert zu Hause? Wieviel wird außerhalb der eigenen vier Wände eingekauft? Wieviel Anteil hat das rationale Shoppingverhalten, und wann zählt die sogenannte Shopping-Experience? Für alle Szenarien muss die Stadt der Zukunft eine Antwort bzw. eine Lösung bieten.

Am vielversprechendste ist dabei heute schon das Plus der Stadt in Sachen „Erlebnis Einkaufen“. Für die Zukunft geht es aber nicht darum, sich für eines der Szenarien zu entscheiden, sondern strategische Überlegungen anzustellen, wie die Stadt für alle vier denkbaren Szenarien organisiert sein muss. Das Zuhause wird zum Shop (Szenario 1): schon heute kann man unzählige Produkte aller Kategorien nach Hause ordern, sich also – ohne einen Schritt vor die Tür zu setzen – bis hin zu Frischprodukten versorgen. „Smarte“ Haushaltsgeräte sorgen rechtzeitig für Nachschub. Dazu braucht man aber nicht nur eine entsprechende leistungsstarke Netzinfrastruktur, sondern auch ein System, welches insbesondere die Lieferungen bündelt und garantiert, dass dort wo viele Menschen dicht beieinander wohnen – eben in der Stadt – das Verkehrssystem aufgrund individueller Lieferansprüche nicht kollabiert.

Schnelles und unkompliziertes Einkaufen (Szenario 2) bedeutet, dass Effizienz im Vordergrund steht. Das bedeutet nicht nur, dass mobile Endgeräte und andere smarte Geräte eine große Hilfe sind, sondern entsprechende Services angeboten werden, die die Kunden perfekt orientieren, das Angebot der Stadt digital entsprechend der Kundenbedürfnisse zuschneiden und letztlich dank Big Data wissen, wer zu welchem Zweck in die Stadt kommt.

Die emotionale Komponente ist dann letztlich doch wichtig, weshalb heute schon zahlreiche Onlinehändler darüber nachdenken, wie sie Onlineshopping immer mehr zur positiven emotionalen Erfahrung ausbauen können. Spaß daheim (Szenario 3) dank sozialer Medien und virtueller Shoppingtechnologien wie Umkleidekabinen, Style-Assistenten, Virtual-Reality-Brillen: Der Kontakt zu anderen Menschen, der Austausch mit Freunden über Produkte und damit die Schaffung von sozialer Interaktion sind Elemente, die in Zukunft die Bedeutung der sozialen Medien bei Shopping noch verstärken werden. Hinzu kommt der Trend, Produkte – insbesondere mit konkreter Funktion wie z.B. Autos, Waschmaschinen etc. – zu teilen.

Das Szenario 4 ist sicher jenes, welches aus Sicht der Stadt das erstrebenswerteste ist und auch aus Konsumentensicht viele Vorteile vereint: Online und offline gehen Hand in Hand, die Grenzen haben sich vollständig aufgelöst, die Shoppingerfahrung ist über alle Einkaufskanäle hinweg kohärent. Die Kunden verlassen ihr Haus gut informiert, in voller Erwartung einer entspannenden und unterhaltenden Zeit in der Stadt, die es mit ihren vielen Touchpoints ermöglicht, Produkte anzufassen, zu schmecken, zu riechen. Erlebnis steht im Vordergrund. Geschäfte sind soziale Kontaktpunkte, wo Kundenwohl und Fachkompetenz ganz oben stehen. Technologisch sind die Kunden in der Lage, ihren auf dem Sofa begonnenen Shoppingtrip offline ohne spürbare (technologische) Brüche fortzusetzen.

(Quelle und mehr Infos: Shopping Tomorrow – Expert Group Retail City Centre 2030)