Die Positionierung des Großherzogtums Luxemburg als wichtigster Einzelhandelsstandort der Großregion wurde bereits von 2007 bis 2016 im Rahmen der Initiative „Luxemburg, Handelspol der Großregion“ unterstützt. Sie setzte insbesondere auf die Standortvermarktung. Inzwischen gilt es, auf neue Entwicklungen in der Konsumwelt und deren Herausforderungen mit angepassten Maßnahmen zu reagieren.

Der Einzelhandel und dessen Strukturen sind nachhaltig im Wandel: das Verbraucherverhalten ändert sich permanent und wird immer komplexer; demographische Veränderungen verlangen eine Anpassung der Konzepte; die Digitalisierung hat massive Auswirkungen auf nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche. Es entstehen Lücken in der Nahversorgung und die Attraktivität der Innenstädte leidet mitunter massiv unter dem Weggang von Betrieben der Kategorie „Inhabergeführter Einzelhandel“. Da der stationäre Einzelhandel in den Städten und Gemeinden neben der Nahversorgungsfunktion auch eine städtebauliche, eine soziale und nicht zuletzt eine ökonomische Funktion hat, kommt vermehrte Schließung von Geschäften letztlich einem Strukturproblem von gesamtstädtischer Relevanz gleich.

Um in schnelllebigen Zeiten erfolgreich handeln zu können und um Innenstädten zukunftsweisende Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Die Initiative Pakt PRO Commerce soll sicherstellen, dass an einer Verbesserung dieser Bedingungen gearbeitet wird: für neue Dynamik im Einzelhandel, für mehr Kompetenz und Beschäftigung im Sektor, für eine den Bedürfnissen der Menschen und den demographischen Entwicklungen angepasste Gestaltung der Einzelhandelslandschaft, für die Entwicklung kanalübergreifenden Handels, für eine bessere Standortvermarktung und nicht zuletzt für eine Steigerung der staatlichen Einnahmen.

Dem Wandel unserer Städte und des Einzelhandels gilt es offen zu begegnen: Offenheit für neue Initiativen, neue Formen der Zusammenarbeit und des Austausches auf dem Weg zu einer neuen Form der Urbanität. Experimente sind gefragt und gefordert: die Feststellung, dass sich Lebensstile individualisieren, erfordert auch zu erkennen, dass die Anforderungen an die Städte vielfältiger werden.