Die Initiative Pakt PRO Commerce teilt sich in fünf thematische Achsen auf, die gleichzeitig die Reflexions- und Arbeitsschwerpunkte bilden. Insbesondere die Pakt-Achsen „Analyse/Market Intelligence“, „Digitalisierung“ und „Handel und Innenstadt“ sind eng miteinander verwoben. „Servicekultur“ und „Handelspromotion“ greifen spezifische Eigenschaften des Standortes Luxemburg auf bzw. bilden die Klammer, um das Gelingen der Kommunikation zwischen Händlern und Kunden zu fördern.

Um proaktiv handeln zu können, werden Werkzeuge benötigt, die die rasanten Veränderungen der Umwelt permanent erfassen und den Status Quo der Handelslandschaft bestimmen. So können gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden, die die Situation der Kommunen und damit auch des Einzelhandels nachhaltig verbessern. Beobachtung und Analyse von Konsumtrends sowie regelmäßige Marktforschung helfen, die internationalen und lokalen Entwicklungen zu erkennen und zu verstehen.

Derzeit wird am Aufbau einer neuen Handelsdatenbank (Cadastre du Commerce) gearbeitet. Sie stellt in Kombination mit anderen Datenquellen in Zukunft die Basis für Marktbeobachtungen, Analysen und entwicklungspolitische Entscheidungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene dar.

Die Digitalisierung revolutioniert unser gesamtes Leben. Städte als Zentren des Zusammenlebens sind unmittelbar davon betroffen. Erwartungen der Menschen/Kunden und Angebote der Institutionen und Unternehmen passen aber leider noch nicht immer zusammen. Wir nehmen uns des Themas an und leisten Hilfestellung zur Entwicklung einer digitalen Denk- und Arbeitsweise.

Zusammenarbeit ist dabei sehr wichtig: Zukunftschancen liegen in der Kollaboration von Kommunen und lokal ansässigen Einzelhändlern. Die e-Shopping-Plattform, an der derzeit unter dem Arbeitstitel „Digimaart“ gearbeitet wird, kann letztlich die Stärke lokaler Kooperationen zeigen. Damit schreibt sie sich in den strategischen Ansatz von „Digital Lëtzebuerg“ ein und dient auch als zentrales Element in der Landesvermarktung (Nation Branding).

Mit Blick auf das sich ändernde Konsumverhalten und die Evolution des urbanen Raumes muss den Innenstädten erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Frequenzverluste im zweistelligen Prozentbereich machen deutlich, dass an zukunftsfähigen Konzepten für die Innenstädte gearbeitet werden muss.

Im Rahmen des „Pakt PRO Commerce“ wurde dazu eine Erfa-Gruppe (Erfahrungsaustausch) ins Leben gerufen, in der sich jene Städte und Gemeinden treffen, die hierzulande noch über einen nennenswerten Einzelhandelsbesatz verfügen. Zusätzliches Element einer verstärkten Sensibilisierung und Diskussion von Lösungsansätzen ist das Informationsportal procity.lu. Als weiteres wichtiges Projekt ist die Etablierung eines landesweiten Geschäftsflächenmanagements in Planung.

Da starke lokale Zentren die Basis für ein positives Erleben des Landes insgesamt sind, schreibt sich diese Pakt-Achse auch in die Nation Branding-Bemühungen ein.

Kundenkenntnis und Kundenorientierung sind heute wichtiger denn je. Die Entwicklung einer Servicekultur, die den Erwartungen und Ansprüchen der Menschen in unserem Land gerecht wird, ist ein komplexes Unterfangen, das die speziellen lokalen Gegebenheiten berücksichtigen muss.

Da die Wahrnehmung eines guten Service einerseits von Prozessen, andererseits (und in Luxemburg besonders) von zwischenmenschlichen Faktoren abhängig ist, spielen die Landescharakteristika Multikulturalität und Mehrsprachigkeit eine bedeutende Rolle. Die Servicekultur muss die Vielfältigkeit und Internationalität der Menschen, die hier leben, integrieren.

Zum besseren Verständnis sollen weitere Studien durchgeführt werden. Ein darauf basierendes Maßnahmenpaket soll die Handelswelt für diesen Themenkomplex sensibilisieren.

Wir müssen den Menschen auf moderne Weise nahebringen, wie lebenswert unser Land ist, wie attraktiv unsere Städte und Gemeinden sind. Gute Initiativen müssen kommuniziert werden. Nur über den Dialog mit den Menschen in Luxemburg und in der Großregion können wir dazu beitragen, dass sie sich ihr eigenes Bild unseres Landes und des hiesigen Angebots in Einzelhandel, Gastronomie Tourismus und Kultur machen. Die durchgeführten und geplanten Marktstudien helfen bei der zielgruppenspezifischen Planung der Kommunikationsmaßnahmen. Diese Aktivitäten werden eng mit der nationalen Vermarktungsstrategie abgestimmt.