Hat das Großherzogtum in Zukunft zu viele Handelsflächen? Immer neue Flächen kommen hinzu, so dass nach Schätzungen der clc bis 2021 landesweit mit einem Zuwachs von über 20% gerechnet wird. Allein in der Hauptstadt sorgen das Projekt Royal Hamilius und Cloche d’Or für massiven Flächenzuwachs. In einem Interview mit Radio 100,7 wird der Frage nachgegangen, ob die Handelslandschaft damit aus dem Gleichgewicht kommt bzw. ob die Nachfrage dem Angebot überhaupt folgen kann.

Eines ist klar: Luxemburg ist ein äußerst dynamischer Markt, der auch in Zukunft stark wachsen wird. Sowohl die Einwohnerzahl wie auch die Zahl der Grenzgänger steigen stetig und sorgen für Nachfragepotential. Dies auszuschöpfen erfordert allerdings ein Umdenken in zwei zentralen Bereichen: Der Handel muss die Verknüpfung von digitaler und physischer Welt weiter vorantreiben und die Städte und Gemeinden sollten hier eine aktive Rolle spielen – nicht zuletzt aus der Motivation heraus, die Stadt der Zukunft als Lebens- und Arbeitsraum für alle Generationen zu gestalten.

Die zukunftsfähige Stadt muss effizientes Einkaufen möglich machen (Stichwort Nahversorgung), muss ihre Kunden kennen (Big Data), muss Lieferkonzepte entwickeln (Digitaler Handel) – für Daheim und die Stadtzentren insgesamt – und muss das Erlebnis beim Einkaufen möglich machen (Offenheit für verschiedene Shoppingformate). Es gibt keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben! Damit Städte von heute auch in Zukunft bestmöglich aufgestellt sind, sollten sie Entwicklungen in Gesellschaft, Lebens- und Konsumwelt im Blick haben… und das am besten koordiniert und professionell.

Stakeholder müssen zusammenarbeiten, ihre teils verschiedenen Interessen abgleichen und ihr gemeinsames Interesse am Stadtzentrum mit (Shopping)Zukunft bekräftigen. Der Verwaltung und politischen Führung kommt dabei eine große Verantwortung zu. Es gilt, alle Funktionsbereiche im Blick zu haben: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Erholen… Dann haben auch kleine Einzelhandelsflächen eine Chance: diese sind interessant, sofern das Umfeld, in dem sie liegen, entsprechend attraktiv gestaltet werden kann. Große Flächen im Sinne von Flächen unter einem Management werden eine Zukunft haben, sofern sie sich nicht auf Shopping konzentrieren, sondern verschiedene Lebensbereiche der Menschen integrieren bzw. bedienen. Nicht Shoppingcenter, sondern Lebenscenter könnte die Organisationsform der Zukunft sein.

Das gesamte Interview zum Nachhören finden Sie hier.